Tag 8 von 21 :-)

Nein, ich habe mich nicht verzählt 😉 . Nach unterschiedlichen Diagnosen bzgl. meines Handgelenks wurde kurzerhand ein MRT-Termin anberaumt. Dieser brachte Klarheit – „nur“ ein Anbruch des Handgelenks, statt 6 Wochen Gipsschiene nur 3 Wochen eine Orthese – Glück im Unglück ohne Frage!!!

Wichtigste Frage in dieser Situation für einen Hundesportler: kann ich den Clicker bedienen?? Yes, we can 🙂 !

Also clicken wir uns eifrig durch unseren HTM-Kurs. Mit der kleinen Einschränkung, dass Lilly genau 1 Übung liebt. Sie begeistert ausführt. Mir unerklärlich bevorzugt – sie sitzt. Das mag für den „gewöhnlichen“ Vierbeiner eine adäquate Strategie sein, um an Leckerlie zu kommen – aber für einen Tänzer ein no-go. Ihr setzt Euch doch auf der Tanzfläche auch nicht ständig hin, um dann schnell wieder aufzustehen? Lilly schon. Aber… ein gutes muss so ein Zwangsurlaub (*äh* schonen, kühlen, hochhalten!) doch haben… Lilly bekommt Sondereinheiten im Stehen auf 4 Pfoten. Ja, das wirkt. Das Sitz wird weniger. Insbesondere da ich, entgegen jedem innerlichen Drang, nicht den Positionswechsel sondern die stade Steh-Position beclicke. Großzügig belohne. Bis sie schwanzwedelnd vor mir STEHT – hurra!! Mini-Etappenziel erreicht 🙂 !

Tag 0 von 42 oder…

…in 1 Sekunde zum Linkshänder!

Gestern beim Gassi gehen, in prachtvoller Sonne, kaspere ich mit Liam herum (brav ausgeführter Rückruf muss schließlich fürstlich belohnt werden) und….verliere das Gleichgewicht…und stürze. Saß erst mal verdattert am Boden, Liam leicht verwundert, warum ich auf seiner Augenhöhe bin, und innerlich geprüft. Rücken, Steiß, Füße,.. alles okay bis auf das taube rechte Handgelenk. Finger funktionieren, jedoch kraftlos, das wird schon wieder. Abends im Biergarten ging schon weniger und am nächsten Morgen (also heute) ging gar nix mehr. Ab ins Krankenhaus, Notaufnahme, wenig Betrieb, Röntgen,… Handgelenk glatt gebrochen und ggf. ein weiterer Bruch. Gipsschiene – min. 6 Wochen (abhängig vom ggf. 2. Bruch). Das hätte ich nun gar nicht gebraucht. Ertragbar aber so lästig wie die Maskenpflicht. Spannend ist, dass sich innerhalb weniger Wiederholungen die Geschicklichkeit der linken Hand steigert. Kopf ist noch dran, Blut ist auch nicht zu sehen, also Maßband her und rückwärts zählen 🙂 .

Das perfekte Dinner…

dachte sich Lilly, jage ich mir heute selbst. Auf unserer special-Damen-Abendrunde durfte sie von der Leine und kaum an der Bienen-Blumenwiese angekommen (nachhaltig) streckt da so ein Hase seine Löffel aus dem Gebüsch. Und sprintet los – Lilly wie der Blitz hinterher. Das schlanke Mädchen mit dem leichtfüßigen Gang beschleunigte porscheähnlich, doch der Hasenbraten blieb unerreicht (zum Glück) und Lilly war binnen 1 Minute wieder da. Mit einem fetten Grinsen im Hundegesicht. Tja, ab an die Leine…und durfte die nächsten beiden Feldhasen, die aus dem Sellerieacker loshoppelten, nur auf Entfernung anschmachten!

Corona-odersoähnlich-Update.

Wir sind gesund und haben leider so gar keine Urlaubspläne, dafür noch knapp 6 Wochen Jahresurlaub, der bis 31.12. unters Volk gebracht werden muss. Außerdem wird das Fahrwerk vom Cali gerade runderneuert, sodass es danach vermutlich erst mal neu eingefahren werden muss 🙂 .

Und wir, also ich, habe meine Stelle beim gleichen Arbeitgeber gewechselt und dank einer kleinen (weiteren) Arbeitszeitreduzierung komme ich bzw. wir (die Vierbeiner und ich) in den Genuss einer Vier-Tage-Woche!

Dank Corona habe ich einen zweiten Online-Kurs gestartet => einen Heelwork-Kurs bei Emmy Marie Simonsen. Lilly findet es klasse, momentan gibt es noch Unmengen Leckerlie (in das viel zu dünne Hundemädel).

Die Geruchssuche mit Liam schreitet voran. Ich zeige ihm das Suchgebiet an (derzeit alles noch im Garten) und er tigert suchend los. Sobald er den Geruch findet, zeigt er ihn, mal besser, mal zufälliger an. Aber es scheint, als ob er tatsächlich ein Geruchsbild im Kopf hat. Also nicht nach dem Objekt sondern nach dem Geruch sucht.

Raus in die Natur…Invasion im schönen Knoblauchsland…na, es wird weniger…dafür müsste man mal mit einem großen, SEHR großen, Abfallsack die Wege ablaufen und aufsammeln. Meine Güte, gar nicht schön, was da alles rumliegt. Kürzlich im Wald laufen wir einen idyllischen Pfad entlang, über den quer ein Baumstamm liegt. Kleine Sitzgelegenheit. Wir kommen näher…liegen da eine 1,5 Liter PET-Flasche, natürlich Bio Wässerchen. Dazu 5-6 Knoppers-Umverpackungen, alles in die Natur gedonnert. Aber nachhaltig wars (Bio). Ich habs dann aufgesammelt, die Plastikteilchen in die Flasche gestopft und nach Hause getragen. Ich verstehe diese Menschen nicht! Edit: heute war ich zufällig (!) wieder auf diesem Pfad unterwegs – liegen doch an der gleichen Stelle wieder eine Flasche, Plastikteile und eine zerdrückte Dose. …ich konnte es (wieder) nicht liegen lassen 😦

Noch 2 Schnappschüsse aus der „scheenen Natur“!

Nici
Liam-Nici-Ivy-Lilly

 

 

 

Status quo.

Der Kleinste aller Kleinen, Ivy, fit, stapft vergnügt durch Wind und Wetter (heute), nur die grauen Strähnen werden mehr!

Der Ausgeglichene, Nici, ist wieder gesund. Magenschleimhautentzündung ist überwunden, gab nochmal einen kleinen Hamsterkauf, aber nun ist alles vergessen!

Der Bub, Liam, ist nach den neuesten Ergebnissen gesund. Natürlich ist das ein Grund zur Freude, aber irgendwie auch nicht. Der Cortisol-Wert wieder extrem niedrig, andere Organ-Werte minimal erhöht. Irgendwann, jetzt noch nicht, werde ich mich wohl beugen müssen, „er ist halt so“. Neben diesem Quatsch darf er Nosework lernen, d.h. er sucht einen bestimmten Geruch, den ich „versteckt“ habe.

Madame, Lilly, hopst vergnügt durchs Leben, lernt rasant Tricks und Kombinationen, wird aufmüpfig (jawoll!), würde soooooo gerne mal einem dicken, fetten Feldhasen nachsetzen und ist einfach ein ganz patentes, ausgeglichenes Mädel!

Hamsterkauf.

Jawoll! Nicht Klopapier. Nicht Hefe. Viel besser und leckerer:

Futter..

Nur der Anlass ist nicht so toll: Nici kämpft seit Sonntag mit einer heftigen Magenschleimhautentzündung. Woher die stammt…unklar…die anderen Vierbeiner…sind gesund (gsD). Die vom TA verordneten Hausmittel, Karottensuppe/Haferschleim, etwas Novalgin, etc. hat Nici, der überhaupt nicht Futtermäkelig ist!, schlicht verweigert. Interessiert geschnuppert und dann davon getrottet. Vor der Maaloxan-Spritze (die ins Maul verabreicht wird) nimmt er, sogar an der Leine, reißaus. Da sich nun auch noch Durchfall dazu gesellt hat, sind wir nochmal zum TA.

Jetzt aber großes Kino: großes Blutbild, Röntgenaufnahme, Infusion, mehrere Spritzen..das scheint zu wirken, es geht aufwärts.

Infusion

Jetzt hoffen wir mal, dass sich der Trend fortsetzt und wir nicht über Ostern in eine Tier-Notaufnahme müssen!

Dialog.

Liam: Ich sterbe.

Lilly: Heute ist mein Glückstag.

Liam: Ich bin verletzt.

Lilly: Und ich bin endlich mal RICHTIG satt *seufz*.

Liam: Ich kann nicht mehr laufen.

Lilly: Als ihr weg wart, war ich in der Küche.

Liam: Es hat weh getan.

Lilly: Und bin auf die Anrichte gehüpft.

Liam: ???

Lilly: Ich habe das Futter von uns ALLEN gefressen (halb aufgetaut), Schlachtplatte gabs.

Liam: Ich habe ein blaues Pflaster um meinen Hinterlauf!

Lilly: Und das Schmalz auch gleich noch aufgeschleckt (Anmerkung d. R.: ca. 200g)

Liam: Blöde Kuh. Mir wurde Blut abgenommen!!

Lilly: Na und nun?

Liam: Wissen tun mir noch überhaupt gar nix.

Lilly: Ein Verdacht?

Liam: Hat sie nicht gesagt.

Lilly. Aha. Männer. Rollt sich auf den Rücken und verdaut.

Liam: Zupft an seinem Pflaster und schmollt (hungrig).

Ich wander`aus!

…und komme dann zurück, wenn hier wieder ansatzweise „normale“ Zustände herrschen. Wenn keine Menschenmassen (natürlich nur Familien) hier das Knoblauchsland via Fahrrad erkunden (wahlweise sportlich oder kreischend den Hügel hinab – die Kinder). Wenn ich von niemanden mehr wie im Museumsdorf bestaunt werde „ach, sind das alles Ihre Hunde“? Ich lächle auch niemanden mehr freundlich an! Ne, ich will beim Gassi meine Ruhe und die Natur genießen. Deswegen wohne ich auf dem Land. Und nicht von hinten die Lauscher aufsperren, ob wir zufällig und ständig einer Radlerhorde im Weg sind.

Gestern das Erlebnis der 3. Art: vor mir auf dem Feldweg (schmal/eingeschränkt) 3 Familien, die sich zufällig passieren, entsprechend viele Kinder. Von hinten eine Frau auf dem Fahrrad mit freilaufenden Hund. Ich weiche in den (ich schwöre!!) nicht bestellten Acker aus und passiere die Gruppen. Schreit eine Frau, dass sie es nicht in Ordnung findet, dass ich im bestellten Feld laufe. Hä? …ich laufe weiter. Schreit die Frau einige Meter weiter wieder, ob ich es denn nicht sehe, dass das Feld bestellt ist?!?!?!?!?!? Nein; der Boden ist stark verdichtet, es sind deutliche Spuren vom Wenden der Maschinen zu erkennen und die Bewässerung liegt hier auf diesem Zipfel auch nicht (es ist nämlich brottrocken). Am liebsten würde ich sie in den Acker zitieren und mir zeigen lassen, WO ihr Schwager diesen bestellt hat, beschränke mich aber darauf, zu ihr zu rufen, dass ich wegen der vielen Kinder ausgewichen bin (immerhin 3 von 4 Hunde angeleint, der 4. brav bei mir), weil Kinder oft Angst haben. Schreit das Enkelkind, genauso masterg´schäftig wie die Oma, dass er keine Angst vor Hunden hat. Hahaha.

Oder die Spaziergänger und Radfahrer, die neugierig in den Garten glotzen. Bin ich hier im Freilandmuseum? Neee, zuhause! Werft doch bitte einen Blick über den Zaun, aber lauft dann zügig weiter…wir wohnen hier und wollen nicht wie eine Musterküche x-mal am Tag begutachtet werden.

Dass man aber die Spaziergänge mit den lieben Kleinen dazu nützen könnte, mal Abfall zu sammeln, auf so eine Idee kommen die Familien (leider) nicht. Jeder 2 Stück je Spaziergang, das wäre mal sinnvoll. Stattdessen verschandeln Taschentücher die Wege. Mal drüber nachgedacht, dass ein Standard-Taschentuch mehrere Wochen bis Monate braucht, bis es in der Natur verrottet. Wie lange brauchen dann wohl diese tollen Taschentücher, die sogar die Waschmaschine überleben? Oder die Zigarettenschachteln noch mit Zellophan außen rum? Und die Bonbonpapierchen, etc. etc.

Die Krönung der Schöpfung sind dann jedoch menschliche Häufchen mit Taschentuch garniert hinter den Büschen. Klar, Notlage. Ja- pfui Deibel, schleicht Euch!

Lange Rede, kurzer Sinn: wir alle wollen den Frühling und die Natur genießen und Lagerkoller will niemand. Das funktioniert nur gemeinsam, mit gegenseitiger Rücksichtnahme für die, die hier schon immer täglich unterwegs sind und hier wohnen und die, die Zeit totschlagen und kindliche Energie abbauen wollen/müssen.

Daher: bleibt gesund und -in vielerlei Hinsicht- hoffentlich endet dieser Ausnahmezustand bald!

 

Ein Aprilscherz…

…- Lilly feierte am 01.04.2020 den 1. Geburtstag! Das Mädchen, mein Mädchen, hat sich zu einer hübschen jungen Dame entwickelt. Nicht zu groß, nicht zu klein. Gerade so, dass ich sie beim Sprung auf den Arm noch halten kann 😉 . Sie ist ausgeglichen, offen, vorsichtig, hat Power, führt sich auf wie Bolle, wenn Hasen in Sichtweite sind (oh ja!), kuschelt gerne, reglementiert Liam lautstark, ist weich im Kern, schläft am liebsten im Bett in der Besucherritze, ist manchmal horpelig, übt konzentriert und fokussiert mit mir, ist anschmiegsam, lernt rasant, ist verfressen, und und und. Ein kleines Paket Hund mit Power und Herz, die unser Leben bereichert. Schnappschüsse…gibts ganz viele…hier eine kleine Auswahl der kleinen Maus:

Dr. Gansloßer…

..hat gestern (11.03.2020) einen Abendvortrag zum Thema „Aggression bei Hunden“ gehalten. Wie immer hat er die Zuhörer in kürzester Zeit gebannt und hat, gerade im zeitlich begrenzten Umfang eines Abendvortrages, sehr viel Wissen vermittelt.

So wurden wir detailliert zur Aggressionstheorie von Konrad Lorenz und zum Stand der Wissenschaft bzgl. seiner Triebtheorie (=überholt) aufgeklärt. Leider ist dieses Wissen auf einigen Hundeplätzen immer noch präsent!

Grundsätzlich wurde erklärt, dass Aggression öfter mit Jagd- und Beutefangverhalten verwechselt wird. Spannend war hier die Info, dass Aggression mit Entspannungsmanagement und Futterzusätzen etc. begegnet werden kann, während Jagdverhalten schwer bis nicht beeinflußbar ist. Wenn also der Border Collie den Jogger kneift, ist das (vermutlich) kein Aggressionsverhalten sondern ein Jagdverhalten und muss komplett anders „therapiert“ werden.

Echte Aggression hingegen hat ihren Ursprung in:

  • stressbedingtem Selbstschutz/Selbstverteidigungsverhalten
  • Jungtierverteidigung
  • Wettbewerbsaggression

Kastration ist kein Heilmittel für Aggression – oft verschlimmert die Kastration die Aggression bei unsicheren Hunden noch.

Soviel in Kürze…sicher würde sich ein Wochenend-Seminar lohnen…für 3h hat uns allen jedenfalls der Kopf geraucht!