Ich wander`aus!

…und komme dann zurück, wenn hier wieder ansatzweise „normale“ Zustände herrschen. Wenn keine Menschenmassen (natürlich nur Familien) hier das Knoblauchsland via Fahrrad erkunden (wahlweise sportlich oder kreischend den Hügel hinab – die Kinder). Wenn ich von niemanden mehr wie im Museumsdorf bestaunt werde „ach, sind das alles Ihre Hunde“? Ich lächle auch niemanden mehr freundlich an! Ne, ich will beim Gassi meine Ruhe und die Natur genießen. Deswegen wohne ich auf dem Land. Und nicht von hinten die Lauscher aufsperren, ob wir zufällig und ständig einer Radlerhorde im Weg sind.

Gestern das Erlebnis der 3. Art: vor mir auf dem Feldweg (schmal/eingeschränkt) 3 Familien, die sich zufällig passieren, entsprechend viele Kinder. Von hinten eine Frau auf dem Fahrrad mit freilaufenden Hund. Ich weiche in den (ich schwöre!!) nicht bestellten Acker aus und passiere die Gruppen. Schreit eine Frau, dass sie es nicht in Ordnung findet, dass ich im bestellten Feld laufe. Hä? …ich laufe weiter. Schreit die Frau einige Meter weiter wieder, ob ich es denn nicht sehe, dass das Feld bestellt ist?!?!?!?!?!? Nein; der Boden ist stark verdichtet, es sind deutliche Spuren vom Wenden der Maschinen zu erkennen und die Bewässerung liegt hier auf diesem Zipfel auch nicht (es ist nämlich brottrocken). Am liebsten würde ich sie in den Acker zitieren und mir zeigen lassen, WO ihr Schwager diesen bestellt hat, beschränke mich aber darauf, zu ihr zu rufen, dass ich wegen der vielen Kinder ausgewichen bin (immerhin 3 von 4 Hunde angeleint, der 4. brav bei mir), weil Kinder oft Angst haben. Schreit das Enkelkind, genauso masterg´schäftig wie die Oma, dass er keine Angst vor Hunden hat. Hahaha.

Oder die Spaziergänger und Radfahrer, die neugierig in den Garten glotzen. Bin ich hier im Freilandmuseum? Neee, zuhause! Werft doch bitte einen Blick über den Zaun, aber lauft dann zügig weiter…wir wohnen hier und wollen nicht wie eine Musterküche x-mal am Tag begutachtet werden.

Dass man aber die Spaziergänge mit den lieben Kleinen dazu nützen könnte, mal Abfall zu sammeln, auf so eine Idee kommen die Familien (leider) nicht. Jeder 2 Stück je Spaziergang, das wäre mal sinnvoll. Stattdessen verschandeln Taschentücher die Wege. Mal drüber nachgedacht, dass ein Standard-Taschentuch mehrere Wochen bis Monate braucht, bis es in der Natur verrottet. Wie lange brauchen dann wohl diese tollen Taschentücher, die sogar die Waschmaschine überleben? Oder die Zigarettenschachteln noch mit Zellophan außen rum? Und die Bonbonpapierchen, etc. etc.

Die Krönung der Schöpfung sind dann jedoch menschliche Häufchen mit Taschentuch garniert hinter den Büschen. Klar, Notlage. Ja- pfui Deibel, schleicht Euch!

Lange Rede, kurzer Sinn: wir alle wollen den Frühling und die Natur genießen und Lagerkoller will niemand. Das funktioniert nur gemeinsam, mit gegenseitiger Rücksichtnahme für die, die hier schon immer täglich unterwegs sind und hier wohnen und die, die Zeit totschlagen und kindliche Energie abbauen wollen/müssen.

Daher: bleibt gesund und -in vielerlei Hinsicht- hoffentlich endet dieser Ausnahmezustand bald!

 

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